Das Wochenende vom 09.05.2010 war wieder eines dieser Wochenenden, wo man eigentlich nicht zum Flugplatz gefahren wäre, sondern besser irgendetwas für die Uni getan hätte, doch fliegerisch motiviert wie Lars und ich waren, fuhren wir wieder nach Königsdorf. Am Samstag machte ich noch bei leichtem Regen mit dem Lars einen F-Schlepp mit der DG-1000T, sodass er auch mal mit dieser Orchidee flog und ich noch mehr Flugerfahrung mit der DG-1000T bekommen konnte. Wir ließen uns auf 1000m MSL (alle Höhenangaben in diesem Blog werden sich auf MSL beziehen) schleppen und landeten leider schon 5min. später wieder.
Wir waren dadurch früh zurück an der Uni, sodass wir doch noch etwas für das Studium machen konnten und haben uns passend zum Wetter “Der Tag an dem die Erde still stand” mit ein paar Freunden angeschaut. Einzig der Wetterbericht hatte für Muttertag am nächsten Tag auf besseres Wetter gesetzt. Angesagt war ganz grob: “Im Norden abgeschirmt, Im Südosten gute Wolkenthermik bis 2000m, im Westen abgeschirmt und im Nachmittagsverlauf durch Überentwicklungen gestört.” Wir durften uns wohl glücklicherweise zum Südosten zählen, denn bei uns blieb ein kleiner Quadrant gut fliegbar, jedoch war dies kein geeigneter Tag für einen Anfänger wie mich, um die Berge ins Auge zu fassen. Der Wetterbericht behielt jedoch ausnahmesweise mal recht.
Um 9.00Uhr am Flugplatz in Königsdorf angekommen, waren wir zuerst wieder eine halbe Stunde alleine, bis gegen 9.30Uhr der Rüdiger aufschlug gefolgt vom Willi, der wenig später ankam. Wir waren also zu viert und bis zum Nachmittag wurden wir auch nicht mehr vom SCM, die fliegen wollten. Danach räumten wir die Halle, da Willi LS4-b fliegen wollte und Lars wieder ein wenig mehr Flugerfahren mit der LS8-18 sammeln wollte. Sein Kommentar zur Frage, ob mit 15m oder 18m fliegen: “Das Flugzeug ist ganz bezahlt, also flieg ich auch mit dem kompletten Flugzeug !”
Also schoben wir die beiden Flieger zum Start. Einige Isartaler waren zu dem Zeitpunkt dabei, große Pläne für die 3. Runde der Bundesliga zu schmieden. Westlich von Königsdorf waren dicke Abschirmungen, die Basis in den Alpen sehr tief, im Norden die Kontrollzone vom München. Einzig im Osten sah es gut aus, also flogen sie auch Richtung Osten. Bei den angesagten Überentwicklungen planten sie eh nicht mehr, als einfach die Wolkenstraßen in Bundesliga-Wertungszeit für schnelle Schnitte abzufliegen. Für große Strecken würde dieser Tag nicht reichen. Einzig die Profis mit den 18m Seglern flogen an diesem Tag 400km, allerdings auch im “Flachen” Richtung Osten. Nur wenige versuchten ihr Glück in den Alpen.
Als Lars und Willi letztlich in der Luft und Rüdiger und ich nur noch zu Zweit waren, fingen wir an zu überlegen, wie wir wohl in die Luft kommen würden. Die DG-1000T stand noch völlig unvorbereitet in der Halle. Rüdiger hatte zuvor noch nie DG-1000T geflogen und ich wollte schon gerne wieder einen F-Schlepp machen. Also machten wir kurzerhand die DG fertig und schoben sie an den F-Schlepp Start. Ich wies Rüdiger in die wesentlichen Dinge der DG-1000T ein. Vom Flugverhalten kannte er sie ja schon in etwa, durch die Erfahrungen mit seiner eigenen DG505.
Wir ließen uns auf 1600m schleppen, sodass wir bei dem späten Abflug nicht noch ewig kämpfen mussten, um an die Basis ranzukommen. Danach flogen wir einfach die Wolken entlang Richtung Osten. Die Basis stieg sogar bis auf 2050m an. Die Bärte waren auch gut. Als die Basis weiter Richtung Osten und ab dem Chiemsee jedoch spürbar wieder abfiel entschieden wir uns bei Rosenheim mal wieder ein wenig Richtung Norden zu fliegen bis an den Luftraum C ran, sodass ich dort auch die Landschaft kennen lernen konnte. Bis hierhin lief der Flug problemlos.
Am Rand des Luftraums angekommen, flogen wir wieder Richtung Westen. Wir flogen direkt an Ottobrunn vorbei kzw. kurbelten dort auch einige Zeit. Ich machte einige Fotos von der Uni und Rüdiger machte ein paar von seiner Firma. Danach ging es weiter Richtung Starnberger See. Hier wurde die Thermik wieder spürbar schwächer und unter der Abschirmung, die ungefähr beim Starnberger See begann, standen auch nur noch wenige Cumulanten.
Wir versuchten unser Glück trotzdem und flogen weiter den Wolken entlang. Wir suchten bei den Ortschaften am Starnberger See noch Bärte , jedoch fanden wir fast nur noch verstärkstes Sinken. Da retteten uns einige Bussarde. Es waren bestimmt 10 an der Zahl, die gleichzeitig mit uns im Bart kreisten. Ich hatte schon öfter mit Bussarden in einem Bart gekreist und sie haben mir auch schon oft die Bärte gezeigt, aber so viele gleichzeitig war für mich etwas Neues. Eine tolle Erfahrung und auch sehr beeindruckend. Sie kreisten mit uns und teilweise so dicht an unserer DG dran, dass wir jede einzelne Feder erkennen konnten. Auch solche Momente gehören zu den unvergesslichen beim Segelflug. Sie retteten uns und wir flogen wieder schleunigst Richtung Westen.
Als die Wolken im Westen sich danach auch langsam auflösten und wir noch auf schwache Bärte trafen entschieden wir uns dazu, nach Hause zu gleiten. Wieder in Königsdorf mit ausreichend Höhe angekommen, sahen wir einige Segler in einem Aufwind unter einem Wolkenfetzen fliegen. Wir hatten bis hier her nicht sehr Schnitt- und Strecken optimiert geflogen und für uns stand mehr der Spaß am Fliegen im Vordergrund am heutigen Tag, also stiegen wir noch mal bei ihnen im Bart ein. Dieser trug uns noch mal rauf bis auf 1800m. Mit dieser Höhe glitten wir noch bis zum Blomberg und schauten, ob dieser nicht noch Hangaufwinde für uns hätte. Auf dem Weg dahin flogen wir jedoch wieder durch verstärktes Sinken und mussten deshalb vor dem Sprung auf die Südseite wieder umdrehen. Wir machten noch einen schnellen Vorbeiflug und beendeten damit diesen schönen und erfahrungsreichen Flug.
Wir beide hatten sehr viel Freude auf diesem kurzen Trip im Alpenvorland. Rüdiger war auch sichtlich angetan von diesem tollen Flugzeug.
Viele Grüße,
Rene







