Das Wochenende vom 24.04.2010 begann ich, genau wie so oft mit anderen Absichten, doch häufig sind die spontanen Aktionen diejenigen, die einem Menschen Geschichten für das Leben bringen.
Als Lars und ich am Samstag Morgen gemütlich zusammen zum Flugplatz rechneten wir nicht damit, dass wir aus dem Wochenende mit 6 Flugstunden für Lars und seinem ersten Flug mit der LS8 (gleich über 5h) und ich mit 7,5 Flugstunden und zwei Alpenflügen mit der DG1000 wieder rauskommen würden. Viel mehr war Planung am Samstag Morgen mit einigen Leuten von der DAeSA Außenlandefelder anschauen zu gehen. Doch auch die entschieden sich dazu, bei diesem Wetter die Felder lieber aus großer Höhe zu betrachten.
Am Flugplatz angekommen wurden wir jedoch ganz schnell auf andere Gedanken gebracht. Jeder, der an diesem Morgen den Wetterbericht gelesen hatte, wusste, das dieses Wochenende zu guten Alpenstrecken führen würde. Jedoch waren wir permanent skeptisch, da die Sicht sich auf weniger als 25km beschränkte und es in den Voralpen beim Blomberg auch nicht sehr rosig aussah. Die Isartaler waren da optimistischer und die ersten Piloten ließen sich schon um 12 Richtung Alpen schleppen. Die Erfolge gaben Ihnen recht. Ich plante zuerst meine Flugpraxis mit einigen Windenstarts mit der LS4 zu verbessern, doch die Anzahl der Fluglehrer am Platz und der Optimismus der alten Hasen reiften in mir den Gedanken, dass dies mein Wochenende werden könnte. Also sprach ich den Kai an. Er sagte er hätte nicht viel Zeit, doch für eine Einweisung in den Alpen, eine Einweisung auf der DG1001T und eine Überprüfung meiner Flugpraxis im F-Schlepp sollte es reichen.
Wir zogen die DG1001T aus und schoben sie zum F-Schlepp Start. Dann ging es auch schon los. 10.46Uhr hob der Schleppzug ab und wir flogen zum Blomberg. Kai zeigte mir sofort, wo an normalen Tagen am Blomberg der Bart ständ, doch der Vorführeffekt machte uns einen Strich durch die Rechnung. Heute diente uns der Blomberg nicht als Einstieg. Also flogen wir bis hinter Bad Tölz, um den Turbo zu werfen. Dann ging es mit 90km/h Richtung Benediktenwand. Die erfahrenen Streckenflieger hatten sich direkt bis dort schleppen lassen, doch wir mussten dafür den Turbo nutzen. Dieser ist in den Alpen jedoch wirklich nicht viel wert. Er streckt maximal den Gleitwinkel. In brenzligen Situationen mit krassen Sinkraten tief in den Alpen wird dieser keine Hilfe sein. Als wir dann endlich über dem Grat der Benediktenwand waren fanden dann auch wir Anschluss an die Gebirgsthermik. So musste ich lernen, dass man in den Alpen in der Thermik sehr steil und schnell kreisen muss, damit man immer genügend Alternativen hat, falls man mal ins Lee kommen sollte. Auch konnte man nun deutlich erkennen, wie die Basis innerhalb von den Alpen immer weiter Anstieg, so lag sie hier für uns noch auf 2200m MSL, jedoch schon weiter südlich von der Jachenau stieg diese auf 2600m. Kai zeigte mir nun einen der Standard Abflüge Richtung Inntal, wobei er sich immer wieder Zeit nahm um mir einzelne Außenlandefelder und Ortschaften zu zeigen und zu erklären. Wir flogen dann noch bis zum Achensee, bevor wir uns dann wieder auf den Rückweg machten. Dort auf 2600m befindet man sich mit der DG1000 ohne Probleme im Gleitbereich. Dies ist wirklich ein großartiges Flugzeug. Auch der Segelflugrechner LX8000 ist eine große Stütze. Dieser ersetzt jedoch keinesfalls eine richtige Karte, wie ich immer wieder feststellen durfte. Nach ca. 90 geflogenen Alpenkilometern landeten wir wieder in Königsdorf. Die Profis sollten heute Strecken bis 800km fliegen und Bundeslligaschnitte von 120km/h.
Erstaunt war ich auch über die Vielzahl an Flugsportgeräten über den Alpen, damit meine ich nicht nur andere Segelflugzeuge, sondern auch Gleitschirme, Drachenflieger und Motorflieger. Wir flogen an beiden Tagen ohne Flarm und ich denke es war für mich als Anfänger besser so. Luftraumbeobachtung ist in den Alpen noch viel wichtiger als im Flachland, da man Flugzeuge auf Gegenkurs frühzeitig erkennen muss. Genauso andere Gleitschirmflieger, die häufig kein Flarm besitzen tauchen gerne mal, bei einem Segelflieger im Bart auf.
Fazit: Dieser Flug macht Lust auf mehr. Ich habe an diesem Tag schon eine Menge gelernt, doch die große Lehrstunde sollte am nächsten Tag folgen.
Am Ende des Tages sollte dann auch noch mein erster Flug mit einer DG500 folgen. Der Lars wurde vom Rüdiger auf seiner privaten eingewiesen und dieser erlaubte uns eine Runde damit zu drehen. Dafür noch mal vielen Dank! Auch ein tolles Flugzeug.


